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Alles Mögliche und Unmögliche von Cebulon

Ausflug nach Bad Wildungen

6. Juli 2013 , Geschrieben von Cebulon Veröffentlicht in #Alltagserlebnisse

 

Wie schon geschrieben befindet sich die Rehaklinik in der wir uns zur Zeit aufhalten nicht direkt in Bad Wildungen, sondern in einem Vorort davon, Reinhardshausen. Das ist wirklich ein sehr schöner Ort, in dem man gut spazieren gehen kann, aber auch sonst alles hat was man zum Wohlfühlen braucht. Aber, wenn man schon mal hier ist, möchte man sich natürlich auch Bad Wildungen selbst anschauen.

 

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Leider klappt es aber mit meiner Heilung nicht so wie ich es mir vorgestellt habe, und so kam es dazu dass die Reha schon zu Ende geht und ich immer noch nicht aus Reinhardshausen hinaus gekommen bin. Gestern hatte ich nach dem Mittagessen keine Anwendungen mehr und so den ganzen Nachmittag frei. Also nahm ich allen Mut zusammen und machte mich mit meiner Frau auf den Weg. Und zwar mit dem Bus.

 

Dazu sollte ich vielleicht noch erzählen dass wir doch schon mal in Bad Wildungen waren, und zwar mit dem Auto. Eigentlich wollten wir zum Aldi der aus unserer Sicht hinter Bad WIldungen liegt. Dazu hatte ich eine Strecke gewählt die uns durch Bad Wildungen hindurch führen sollte. Ich hatte das als erste Annäherung gedacht, um schon mal ein wenig "die Lage zu peilen". Ich fuhr zum ersten Mal nach der OP selbst, denn ich wollte mich ja auch wieder ans Auto fahren gewöhnen.

 

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Es klappte auch ganz gut, bis wir auf einmal vor einer Baustelle standen, und einer Umleitung folgen mussten. Das bereitete mir zunächst keine Kopfschmerzen, denn ich hatte zusätzlich das Navi eingeschaltet und unser Ziel einprogrammiert. Bisher hatte das immer geklappt, sobald ich aus irgendwelchen Gründen auf Abwege geriet, hatte sich das Navi neu orientiert und mich trotzdem sicher ans Ziel gebracht. 

 

Bad Wildungen war aber selbst für das Navi zu viel. Es führte uns kreuz und quer durch enge und engste Gässchen, wir kamen immer wieder an den selben Stellen vorbei, und kamen nicht mehr aus der Stadt heraus. Einmal hatte ich sogar den Eindruck das es uns durch ein grosses Tor in eine Gebäude führen wollte, aber im letzten Moment entdeckte ich ein winziges Gässchen das uns in unserer Irrfahrt weiter führte.

 

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Als es uns dann auch noch in falscher Richtung in einen Kreisverkehr schicken wollte, gab ich auf. Ich suchte mir eine Stelle zum Anhalten und gab nun als Ziel unsere Klinik ein. Und tatsächlich, wir kamen aus der Stadt heraus und zurück zur Klinik. Nach Aldi wollten wir nicht mehr!

 

Deshalb also der zweite Versuch mit dem Bus und damit auch zurück zu unserer gestrigen Tour. Da wir uns eine Kurkarte kaufen mussten, dürfen wir umsonst Bus fahren, und das machten wir dann auch. Der Bus war gut voll, aber wir hatten noch einen Sitzplatz erwischt. Bequem war es trotzdem nicht, der Busfahrer hatte einen zügigen Fahrstil, und wenn der Bus über schlechte Wegstrecken holperte spürte ich das in meine Wunden.

 

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Wir waren uns nicht sicher wo wir aussteigen sollten, aber zu unserem Glück hatte wir Bekannte erblickt die schon mal die Tour gemacht hatten. WIr behielten sie im Auge und stiegen aus als sie auch ausstiegen. Und fanden uns mitten auf der Baustelle wieder, die schon unsere Autotour behindert hatte. Aber auch da erwiesen sich unserer Bekannten als hilfreich, denn wir brauchten uns nur an ihre Fersen zu heften um uns an Baugruben vorbei und durch Bauzäune hindurch zu winden, und schließlich in der Fußgängerzone/Altstadt umsehen zu können.

 

Wir liefen also die Straße entlang, die nur teilweise Fußgängerzone ist, schauten uns alte Häuser an, die Schaufenster der vereinzelt eingestreuten Geschäfte aber irgendwie fühlten wir uns nicht so richtig wohl. Genau wie viele andere Klinikbewohner mit denen wir gesprochen hatten. Es ist schwer zu erklären, aber irgendwie kam kein Wohlbefinden auf, so wie wir es in Reinhardshausen gewohnt sind.

 

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Dazu kam auch noch mein Hauptproblem. Ich hatte ja schon mal geschrieben das ich zur Zeit auf gut erreichbare Toiletten angewiesen bin. In Reinhardshausen hatte ich mir eine Karte gekauft die unter anderem auch extra eine Innenstadtkarte von Bad Wildungen enthielt, Darauf waren verschiedene Toiletten eingezeichnet. Ich hatte mir gedacht dass ich sie bei dieser Tour schon mal erforschen könnte um dann bei weiteren Touren mit sicherem Gefühl noch andere Teile der Stadt zu durchstreifen.

 

Leider fand ich aber weder die Toiletten noch den geringsten Hinweis darauf. Ich stand da wo sie laut Karte sein sollten und sah nichts! Zuerst wollte ich ja nur schauen, aber dann wurde es doch dringend. Schließlich fand ich doch in einem kleinen Einkaufszentrum eine ebenso kleine, ziemlich schäbige Toilette. Ich konnte also mein Problem lösen, und während ich das tat hörte ich wie jemand hinter mir die einzig vorhandene Kabine für "grössere Geschäfte" betrat.

 

Bei mir dauerte es eine Weile, und als ich dann soweit war und die Toilette verlassen wollte kam auch der vorübergehende Insasse der Kabine heraus. Nein, keine Insasse sondern eine Insassin. Eine Dame, die in sich der Bad Wildunger Toiletteneinöde in ihrer Not verzweifelt auf die Herrentoilette gerettet hatte.

 

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Immerhin war es mir nun ein wenig leichter Zumute. Allerdings meldeten sich nun meine Beine, die andeuteten dass sie schon bald an ihre Leistungsgrenze stossen würden. Meine Frau hatte auch keine grosse Lust mehr, aber da wir uns nun mal im Einkaufszentrum befanden schauten wir uns in den Geschäften um und kauften ein paar Kleinigkeiten. Dann suchten wir uns einen Weg durch die Baustelle zur Bushaltestelle von der aus wir wieder zurück nach Reinhardshausen gelangen konnten.

 

Mit einer viertel Stunde Verspätung kam der Bus und brachte uns zurück ins schöne Reinhardshausen. Hier mussten wir uns erst mal gründlich erholen. Abends klappte es aber schon wieder so halbwegs, und so trugen uns unsere Beine in eine Pizzeria wo wir auf Bekannte trafen und einen kleinen Abendtrunk zu uns nahmen. Wobei es bei mir ein alkoholfreies Bier war, denn ich nehme ja zur Zeit Antibiotika.

 

Danach waren wir allerdings schnell im Bett und es dauerte auch gar nicht lange bis wir beide das Licht aus und die Augen zu machten.

 

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testing omnitech support 02/04/2015 13:38

Wow.. So these type of buildings actually do exist, huh? I have seen these only on the films and what I thought was that these were mere sets that where setup for the shooting purposes. But this is indeed a cool stuff to visit.

Archi 07/12/2013 20:37


Es ist schön, dass Ihr Euch meldet und wieder daheim seit.


Lass dir Zeit, lass deiner Frau Zeit wieder Wäsche in Ordnung zu bringen ^^


Ich hasse bügeln  :-)


lg Uli

Cebulon 07/14/2013 22:22



 


Ja, die Zeit bekommt sie. Allerdings hat sie in der Reha schon fleißig gewaschen und so ist es nicht viel was noch zu waschen ist. Bügeln mag sie auch nicht so, aber sie kann es immerhin ganz gut
und so sehr viel Bügelwäsche fällt bei uns nicht an.



Archi 07/11/2013 09:09


Guten Morgen Hans und Dorothee


Ein herzliches Willkommen in Eurem Zuhause.


Wir wollten doch die ersten sein, die das sagen





BG und Uli

Cebulon 07/12/2013 07:14



Guten Morgen Uli und BG,


vielen Dank für euren Willkommens-Gruss. Wir sind gestern gut angekommen, hatten aber noch einiges zu tun, Kühlschrank auffüllen usw.! Abends waren wir dann beide ziemlich müde und haben uns
schnell ins Bett verkrochen.


Gleich muss ich mich beim Arzt zurück melden, da ich aber mal wieder ziemlich früh wach geworden bin kann ich die Zeit nutzen um mich noch ein wenig im Internet umzuschauen und eben auch zu
Schreiben.



Katharina vom Tanneneck 07/08/2013 20:46


Das ist erst einmal schon ganz gut, dann sind alle informiert!


Stricken ist nicht schlecht aber Wolle ist mittlerweile auch sehr teuer geworden. Kochen ist eine gute Alternative! Dorothee wird sich bestimmt darüber freuen.


Ich kann mir gar nicht vorstellen, Langeweile zu haben. Das hatte ich noch nie in meinemLeben. Meistens geht es bei uns ganz turbulent zu. Ein einziges Mal in meinem Leben war ich vier Wochen zur
Kur. Nicht mal da war es mir langweilig, obwohl ich wenige Anwendungen hatte.


Mit Toiletten habe ich eigentlich keine Probleme. Ich habe immer Toiletten gefunden und bin auch schon sieben Stunden, mit einem kleinen Tankstop, ohne Toilettenbesuch durch gefahren. Ich finde,
Männer müssen da wesentlich öfter. Aber vielleicht bin ich auch die Ausnahme? Wie auch immer, wenn man muß, dann muß man eben! 

Cebulon 07/12/2013 07:07



Ob Männer oder Frauen öfter müssen kann ich nicht so sagen. Zumindest müssen Prostata-operierte öfter, dass kann ich nun mit Gewissheit sagen! ;-)


Von meinen Schwestern weiß ich übrigens auch, dass sie da Probleme haben, sie sind zu Hause wesentlich öfter als ich unterwegs und in der Öffentlichkeit (Geschäfte usw.) hangeln sie sich von
Toilette zu Toilette durch. Auch als wir mal bei einem Forums-Treffen waren, haben die meisten weiblichen Mitglieder jede sich bietende Toilette mitgenommen.


Zur Langeweile bei der Reha konnte ich feststellen dass sich hier, wie man so sagt, die Geister scheiden. Man konnte ganz deutlich unter den Patienten zwei Gruppen ausmachen. Die einen die
rigoros jede Verlängerung ablehnten und so schnell wie möglich nach Hause wollten und die anderen die am liebsten gar nicht nehr nach Hause wollten. Wobei bei der zweiten Gruppe festzustellen war
dass sie einen gewissen Hang zum Nichtstun hatten, stundenlang in der Sonne liegen konnten, stundenlang bei Kaffee und Kuchen oder beim Bier sitzen konnten usw.!


Die erste Gruppe, zu der ich auch gehöre, konnte das eben nicht. Und da durch die Nachwirkungen der OP der Bewegungs- und Aktionsradius stark eingeschränkt war konnte man nicht viel unternehmen,
und so stellte sich schnell eine gewisse Eintönigkeit ein.



Archi 07/08/2013 08:40


Guten Morgen Ihr Beiden


Es freut mich, dass der Link klappt. Gerade auch Frauen, haben mit Nicht-Toiletten-Finderei öfters Probleme. Zumindest ging es mir so.


lg Uli

Cebulon 07/08/2013 19:29



Ja, Frauen haben da sicher noch größere Probleme. Da merkt man das der Mensch im Prinzip nichts anderes als ein Säugetier und der Sklave seines Körpers ist.


Das einzige was einen Mensch da vom Tier unterscheidet ist die Tatsache dass sich das Tier bei Bedarf seines Ballastes ungeniert entledigt. Das ist beim Menschen leider nicht mehr so möglich! Und
ganz besonders wenn man sich in unbekannten Gegenden befindet.


Den Notstand in den man da geraten kann, hat sicher jeder Mensch schon erlebt.


Ungerechter Weise hat die Schöpfung den Mann in dieser Hinsicht etwas besser konstruiert, er hat bessere Möglichkeiten sich ohne größeres öffentliches Aufsehen zu helfen.


Da ist die Frau leider sehr im Nachteil, da es ihr leider nicht möglich ist sich bei minimaler Entblössung unauffällig des Drucks zu entledigen.


Hoffen wir mal dass der Toilettenfinder da etwas helfen kann.