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Alles Mögliche und Unmögliche von Cebulon

Brötchen braten

20. Juli 2013 , Geschrieben von Cebulon Veröffentlicht in #Alltagserlebnisse

 

Schon vor langer Zeit stieß ich mal im Internet auf Bannock. Das ist Brot das in der Pfanne gebacken (oder gebraten?) wird. Das Rezept und der Name dazu sollen zur Zeit des Goldrausches in Amerika entstanden sein. Das Grundrezept ist sehr einfach, kann aber mit vielen Zutaten modifiziert werden. Besonders im Outdoor-Bereich, überall wo man mehrere Tage unterwegs ist und im Freien übernachtet, kocht und isst, wird es gerne angewendet.

 

Ich übernachte eher selten im Freien. Wenn ich ehrlich bin gar nicht. Aber Bannock ausprobieren wollte ich trotzdem. Leider hat es irgendwie nie geklappt und ist erst mal in Vergessenheit geraten. Im Zuge meiner Erkrankung wurde aber nun das Thema gesunde Ernährung ziemlich aktuell. Als ungesunde Lebensmittel wurden zum Beispiel Weizenmehl und Zucker identifiziert, und die Suche nach Backwaren aus gesunden Mehlsorten begann. Das war manchmal gar nicht so einfach. Meistens ist wenigstens ein Anteil von Weizenmehl mit im Spiel, und Brot und Brötchen die z. B. nur mit Roggen- oder Dinkelmehl gebacken wurden spielen eher eine Exotenrolle unter den Backwaren.

 

Also selber backen? Haben wir früher schon gemacht und im Schrank steht sogar ein Brotbackautomat. Damals war zwar der Gedanke an gesundes Mehl noch nicht geboren, aber die Erzeugnisse waren trotzdem ziemlich lecker. Aber irgendwann siegt dann wieder die Trägheit und so ein Brot ist halt schneller gekauft als gebacken.

 

Nun hat mich aber doch mal wieder die Lust gepackt. Ich möchte mal wieder, evtl. zusammen mit meiner Frau, wenn sie Lust dazu hat, Brot und Brötchen backen. Aus gesunden Mehlen, wie z. B. Dinkel- und Roggenmehl. Und in diesem Zusammenhang fiel mir auch wieder Bannock ein. Bei der Suche nach Brot- und Brötchen-Rezepten hatte ich eine Variante gefunden die sich zwar Pfannenbrot nennt, wo aber, wenn man die Anweisungen im Rezept genau befolgt, am Ende Brötchen heraus kommen.

 

Die Zutaten dazu hatten wir sowieso, und als ich heute mal wieder ziemlich früh wach war trat ich mich selbst in den ......., überwand meine Schwellenangst, und begab mich ans Abwiegen, Rühren und Kneten. Statt frischer Hefe hatte ich Trockenhefe, als Mehl nahm ich natürlich kein Weizen- sondern Dinkelmehl. Meine Frau schlief noch, und so war ich ganz auf mich allein gestellt. Rühren war kein grosses Problem, aber als dann das Kneten losging stand ich irgendwann hilf- und ratlos mit Teig-verklebten Händen in der Küche und wußte nicht weiter. Irgendwie gelang es mir dann aber doch noch ein wenig Mehl aus der Tüte in die Rührschüssel und auf meine verklebten Hände zu bekommen, und nachdem ich den Teig mehrfach von meinen Händen abgestreift und weitergeknetet hatte wurde er doch zu einer Kugel die nicht mehr klebte, und meine Hände waren wieder frei.

 

Nun sollte ich diese Kugel für 30 Minuten an eine warme Stelle stellen. Aber wo? Eigentlich hatte ich ja vorgehabt die Schüssel auf die Fensterbank in die Sonne zu stellen, aber natürlich war gerade heute ein bedeckter Tag. Also räumte ich den Backofen aus, stellte eine Temperatur von ca. 30 °C ein, die Schüssel mit meiner Teigkugel hinein, und wartete.

 

Und tatsächlich, nach 30 Minuten hatte sich die Kugel ordentlich ausgedehnt. Ich knetete den Teig noch mal durch und teilte ihn in 6 etwa gleich grosse Stücke auf. Die rollte ich zu einer Kugel und drückte sie dann flach. In unserer größten Pfanne heizte ich etwas Pflanzenfett auf und legte meine flachgedrückten Teigkugeln hinein. Nun kam wieder eine Stelle an der ich wegen mangelnder Erfahrung etwas unsicher wurde. Ich experimentierte ein wenig mit der Temperatur und schaute ab und zu unter eine der Kugeln um zu sehen wie weit sie schon gebräunt war. Nach ca. 3 - 4 Minuten fand ich das sie gebräunt genug waren, drehte sie um und machte es mit der anderen Seite genau so.

 

Dann nahm ich sie aus der Pfanne und ließ sie noch ein wenig abkühlen. Lange aber nicht, denn ich war schon sehr gespannt ob sie auch innen gut durch sind. Ich schnitt also eins meiner gebratenen Brötchen durch, und siehe da: Alles war gut! Meine Frau war inzwischen auch aufgestanden und so konnten wir nun ein Frühstück mit frisch gebackenen... ...nein, gebratenen Brötchen genießen.

 

Leider habe ich nicht daran gedacht sie zu fotografieren. Die letzen beiden hat meine Tochter entführt während ich zu einem Verdauungsspaziergang unterwegs war. Sie sahen in etwa so aus wie auf den Bildern des verlinkten Rezeptes, nur etwas dunkler.

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Archi 07/21/2013 16:11


Ich finde es schon echt klasse, dass ihr auch kein normales Weizenmehl nehmt. Dinkel ist besonders gesund.


BG möchte mal Urweizen nutzen. Leider ist der extrem teuer. Habt ihr schon Erfahrung ?


 

Cebulon 07/21/2013 19:50



Nein, leider haben wir da keine und überhaupt wenig Erfahrung. Es ist schon sehr lange her dass wir uns zum ersten mal mit Brot backen beschäftigt haben, und da war noch keine Rede davon wie
ungesund Weizen ist. Wir haben also auch mit normalem ungesundem Weizen gebacken.


Jetzt fangen wir gerade wieder als Anfänger an. Von Urweizen habe ich erst von dir erfahren und mich per Google ein wenig schlauer gemacht. Soll ja sehr gesund und nahrhaft sein, aber so wie du
schon schreibst, auch ziemlich teuer.



Archi 07/21/2013 08:25


Guten Morgen Hans


Das Brot ist eine super Idee, wird die Tage noch probiert.


Danke schön. lg Uli

Cebulon 07/21/2013 14:58



Guten Appetit! Wir wollen beim nächsten Mal Röstzwiebeln in den Teig kneten, das wird sicher auch sehr lecker!