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Alles Mögliche und Unmögliche von Cebulon

Fletschern, Schmauen, gründlich kauen, Teil 3

Bevor ich das Thema ad Acta lege, möchte ich denjenigen die es ausprobieren möchte noch ein paar Ratschläge ans Herz legen. Zuerst noch mal der Vorgang, wie ihn Herr Schilling in seinem Buch beschrieben hat:

 

Man nimmt einen, nicht zu großen, Bissen in den Mund. Man hält ihn eine Weile im Mund ohne zu kauen, evtl. nagt man ihn ganz leicht an und bewegt ihn mit der Zunge im Mund herum. Das soll den Speichelfluss anregen. Hat sich genug Speichel angesammelt, zerkaut man den Bissen bis er keine festen Bestandteile mehr enthält, sich gründlich mit mit dem Speichel vermischt hat und alles zusammen nun breiig bis flüssig ist.

 

Jetzt schluckt man den Bissen aber immer noch nicht, sondern bewegt ihn wieder im Mund he- rum, über die Zunge und an den Gaumen, um so den vollen Geschmack zu erleben und den Enzymen im Speichel noch etwas Zeit zu geben ihre Arbeit zu tun. Dann endlich darf man den, für Magen und Darm perfekt vorbereiteten, Bissen schlucken.

 

Das ist also der Idealfall, den wir so gut wie möglich hinbekommen sollten. Das ist nicht so ein- fach wie es sich liest. Nicht jeder Bissen lässt sich gleich gut kauen. Und nur zu leicht lässt man sich ablenken und schluckt den Bissen wieder viel zu früh.

 

Eine gute Konzentrationshilfe ist es, die Kaubewegungen zu zählen. Weniger um zu sagen: „So, jetzt habe ich so viel mal gekaut und kann nun schlucken“, sondern um die Konzentration auf die Kaubewegungen zu lenken. Ob ein Bissen geschluckt werden darf sollte nicht von der An- zahl der Kaubewegungen abhängen, sondern alleine davon ob er perfekt bearbeitet wurde.

 

Allerdings kann man sich schon ein wenig mit dem Zählen helfen. Wie geschrieben als Konzen- trationshilfe, aber evtl. auch um beim Kauen doch irgendwie zum Ende zu kommen. Ist zum Bei- spiel der Bissen nach 70 Kaubewegungen eigentlich schluckbereit, kann man sich sagen: Bis 90 kaue ich noch, um den Enzymen noch ein wenig Zeit zu geben, dann schlucke ich. Bei Nah- rung die schon flüssig ist, wie etwa Suppe, kann mich sich z. B. vornehmen 50 Kaubewegungen durchzuführen bevor man schluckt, damit die Suppe sich mit dem Speichel vermischen kann und die Enzyme wirken können.

 

Um das gründliche Kauen zu üben, ist trockenes Brot gut geeignet. Dazu kann man Brotschei- ben trocken und hart werden lassen und dann in kleine Stücke brechen. So habe ich auch an- gefangen. Dann bin ich auf die Idee gekommen dass es ja sogenannte Brotchips zu kaufen gibt. Und schließlich habe ich mein Lieblings-Übungsmaterial gefunden, die Brödis. Die sehen in etwa so aus wie getrocknete Brötchenhälften aus und sind, besonders in der Vollkornvarian- te, sehr lecker.

 

Von diesen Brödis habe ich jetzt, zu Hause und auf dem Werk, immer einen Vorrat zur Hand. Und wenn dann der berühmte "kleine Hunger" zuschlägt, oder um zu üben, breche ich mir ein Stück davon ab und stecke es in den Mund. Nun warte ich wirklich, bis das trockene Brot im Mund vollkommen aufgeweicht ist. Dann kaue ich gründlich bis auch kleine feste Teile, wie sie vor allem bei Vollkornartikel vorkommen, gründlich verflüssigt sind.

 

Nun kommt noch das was Herr Schilling Ausschmecken nennt. Wie schon beschrieben behalte ich den Bissen im Mund, bewege ihn mit der Zunge herum, genieße seinen Geschmack an Zunge und Gaumen und gebe den Enzymen so die Zeit die sie brauchen. Wie lange dieser Vorgang anhält kann jeder selbst bestimmen. Wer will kann sich ja daran orientieren wie lange man auf einem Kaugummi herumkaut. ;-)

 

So, ich glaube das war jetzt so ziemlich alles was mir zum Thema einfällt. Zum Schluss nur noch etwas was ein kleiner Ansporn sein könnte:

 

Seitdem ich das gründliche Kauen praktiziere habe ich 6 Kg Gewicht verloren. Ohne zu hun- gern, Kalorien zu zählen oder ähnlichem. Meine Kleidung die sonst schon mal, besonders in der Bauchgegend, etwas spannte, schlottert nun um mich herum. In meine Gürtel musste ich zusätzliche Löcher stechen, und wenn ich den Gürtel nicht fest anziehe laufe ich Gefahr die Hose zu verlieren. Ich fürchte ich muss mich in Unkosten stürzen und mich neu einkleiden.

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