Im Wald siehts furchtbar aus...
...jedenfalls im Sinne von Ordnung und Sauberkeit. Aber vielleicht ist es ja einfach nur Natur pur? Jeden- falls kann man sich fast schon wundern, dass es überhaupt noch Bäume gibt die gerade und unbeschädigt dastehen.
Überall umgestürzte Bäume, die entweder ganz auf dem Boden liegen, oder sich an andere anlehnen.
Der alte Förster hat immer sehr viel Wert darauf gelegt das der Wald aufgeräumt aussah. Sein Sohn, der das Amt übernommen hat, als sein Vater Rentner wurde, denkt da wohl ganz anders. Noch nicht mal die Wege werden frei geräumt. Das finde ich sehr schade, denn der Wald soll ja auch ein Erholungsort sein.
Für Menschen im Vollbesitz ihrer Kräfte ist es sicher nicht so schwer über einen umgestürzten Baum zu klettern, oder sich drunter her zu bücken. Für Sportler sind sie vielleicht sogar eine willkommene Berei- cherung ihres Trainingsplans. Aber es sind ja gerade auch die älteren Mitbürger, die sich durch Waldspa- ziergänge fit und gesund halten, und für die kann so ein umgestürzter Baum, der den Weg blockiert, schon mal ein grosses Problem sein.
Aber man findet ja nicht nur umgestürzte Bäume im Wald, zwischen all dem Chaos findet man auch unsere Freunde, die Schneeglöckchen.
Und vom Waldrand aus kann man den Blick auch mal in die Ferne schweifen lassen.
Unser Wald war früher mal sehr schön. Es gab Hauptwege die so breit waren, dass auch mal ein Forst- fahrzeug durchfahren konnte, auf denen man aber auch hervorragend spazieren gehen oder joggen konn- te. Dazu gab es einige Trampelpfade, die schon Generationen vor uns in den Wald "getrampelt" hatten, und die sogar in den Wanderkarten des SGV (Sauerländischer Gebirgsverein) aufgeführt, und als Teil ihrer Wanderrouten markiert waren.
Irgendwann wurde der Wald dann mal ausgelichtet. Den Auftrag dazu bekam ein Unternehmer, der dazu mit einem wahren Monster von Traktor anrückte. Woanders verwendet man noch heute Pferde als Transportmittel, um den Waldboden nicht allzusehr zuschädigen. Das war aber hier wohl zu teuer oder zu umständlich.
Der Traktor jedenfalls durchzog den gesamten Wald, einschließlich der Wege kreuz und quer mit derart tiefen Furchen, dass man sie schon fast Schluchten nennen konnte. Um einfach hinein zu treten, um an der anderen Seite wieder heraus zu steigen, waren sie viel zu tief. Wer in eine hinein geraten war konnte schon eine helfende Hand gebrauchen, die ihn hinaus zog.
Das brauchbare Holz wurde abgefahren, das abgesägte Geäst lag überall herum. Aus dem schönen Frei- zeitwald war ein unbegehbarer, chaotischer, Dschungel geworden. Wo mal die Trampelpfade waren konnte man nur noch erahnen, die Hauptwege bestanden aus zwei Schluchten links und rechts und einem unsicherem Steg in der Mitte. Wer nun noch den markierten, auf der Wanderkarte eingezeichneten, Wegen folgen wollte, tat gut daran sich Survival-mäßig auszurüsten.
Noch heute, nunmehr schon Jahrzehnte danach, sind Teile des Waldes unbegehbar. Einige Hauptwege wurden repariert, auf denen man "im Kreis herum" durch den Wald wandern, oder joggen kann, aber wer sich auch nur auf die nicht reparierten Hauptwege begibt, von den kaum noch vorhandenen Trampel- pfaden ganz zu schweigen, kann froh sein wenn er ohne Verstauchungen, Zerrungen oder ähnliches zurück in die Zivilisation kommt. Verschmutze und zerrissene Kleidung zählt da zu den kleineren Übeln.
Irgend jemand hat da sicher ganz gut dran verdient. Das Geld hat er sicher schon längst ausgegeben. Die Zerstörung ist aber immer noch vorhanden und so wie früher wird es nie wieder sein.