Zahnarzt!!!!!!
Gestern abend, beim Abendessen hatte ich plötzlich ein Stück Zahn im Mund. Wobei ich es erst gar nicht als solches identifizierte. Ich dachte zuerst da wäre irgend etwas in der Wurst gewesen, ein Stück Knochen oder so. Aber dann spürte ich doch bei einer Zungenbewegung dass da irgend etwas nicht stimmt. Das hatte mit gerade noch gefehlt!
Schmerzen hatte ich allerdings keine! Trotzdem erkundigte ich mich schon mal nach den Möglichkeiten zur Behandlung. Man empfahl mir einen Zahnarzt in der Nähe, und außerdem ihn doch möglichst schnell aufzusuchen. Das Wochenende steht ja vor der Tür, und der Weg zum Notfallzahnarzt ist doch sehr weit.
Also rief ich gleich bei Praxisbeginn (8.00 Uhr) an, und durfte dann um 9.15 Uhr vorbeikommen. Ich war allerdings schon um 9.00 Uhr da und durfte auch gleich in einem Behandlungsstuhl Platz nehmen. Na das geht ja flott dachte ich, und dann wartet ich! Endlich war es dann soweit, der Doktor kam, sah und forderte ein Röntgenbild an.
Das wurde gleich von der Assistentin angefertigt, ich durfte auf den Stuhl zurück und wartete. Der Doktor kam irgendwann, schaute auf das Röntgenbild und bekundetete das er damit nichts anfangen kann. Ich wurde in einen anderen Raum, an ein anderes Röntgengerät geführt, wo eine Art Panoramaaufnahme von der linken Hälfte meines Gebisses angefertigt wurde. Danach durfte ich wieder in den Stuhl zurück und wartete.
Als jetzt der Doktor kam war er mit dem Bild zufrieden. Ich durfte aufstehen und bekam von ihm alle meine Gebiss-Probleme erläutert. Anschließend durfte ich mich wieder setzen, bekam eine Spritze mit mehreren Einstichen in den Mund und wartete. Normalerweise lasse ich mir keine Spritze geben, aber da ich ja noch relativ frische Wunden habe, und auch nicht genau wußte was auf mich zukam war es mir doch lieber.
Als nun der Doktor kam ging es los. Die abgebrochene Stelle wurde Kariesfrei gebohrt, danach der Mund mit Watteröllchen ausgepolstert, und die Schablone für die Füllung aufgesetzt. Während der Arzt die Füllung einfüllte hörte ich wie er seiner Assistentin mitteile das sie die Mischung härter machen müsse. Meine war also zu weich.
Normalerweise kenne ich es so dass die Füllung eingefüllt wird, die Schablone entfernt wird und die Füllung gleich noch etwas zurecht geschliffen wird. Hier teilte man mir mit dass die Füllung noch härten müsse. Mit Schablone und Watteröllchen im Mund wartet ich, Und wartete.... ....und wartete...
Inzwischen bekam ich aber Probleme. Auf Grund meiner OP muss ich öfters mal meine Blase entleeren. Und dieser Zeitpunkt näherte sich mit Macht. Eigentlich wollte ich ja fragen ob ich mal zwischendurch mal könne, aber es dauerte und dauerte, und niemand kam. Also ergriff ich die Initiative. Mit Schablone und Watteröllchen im Mund eilte ich aus dem Behandlungszimmer, sah mich um, fand das rettende Schild WC, und konnte mich da aus meiner unbehaglichen Situation retten.
Danach nahm ich wieder meine Position im Behandlungsstuhl ein, niemand hatte mich vermisst, und wartete weiter. Endlich kam der Doktor wieder, befreite mich von Schablone und Watteröllchen, putze noch ein wenig am Zahn herum, verabschiedet sich von mir und ich war entlassen. Das Polieren und abschleifen evtl. noch vorhandener störender Unebenheiten soll ich dann nach der Reha von meiner heimatlichen Zahnärztin ausführen lassen.
Den Mund auszuspülen kommt offenbar hier nicht vor. Weder nach dem Bohren noch am Ende der Behandlung. Der Becher stand die ganze Zeit umgedreht unter der Zapfstelle. Den Müll im Mund wurde ich erst in der Reha-Klinik los. Um 9.00 Uhr hatte die Behandlung begonnen um ca. 11.30 Uhr war sie beendet. Meine Frau saß die ganze Zeit im Wartezimmer, und je länger es dauerte desto mehr sorgte sie sich um mich, und malte sich die schlimmsten Dinge aus die man da evtl. mit mir anstellte.
Genau zu der Zeit wo das Mittagessen serviert wird kamen wir nun in der Klinik an. Und ich darf zweieinhalb Stunden lang nichts essen. Erst um 2.00 Uhr also, wenn es eigentlich längst nichts mehr gibt! Aber meine liebe Gemahlin hat mit den Servierdamen gesprochen, und ich darf nun um 2.00 Uhr an der Hintertür der Küche anklopfen. Da wird mir mein Essen dann in der Mikrowelle aufgewärmt, und so geht der Hungertod gerade noch mal so an mir vorbei. Auf alle Fälle werde ich aber erst mal noch auf der anderen Seite kauen, denn so richtig viel Zutrauen habe ich zu der Füllung nicht.
Insgesamt ein Erlebnis das ich nicht gebraucht hätte. Trotz allem bin ich natürlich froh das mein Zahn geflickt ist. Aber trotzdem werde ich meiner Zahnärztin bei meinem nächsten Besuch einen grossen Blumenstrauss mitbringen. Ich, bzw. wir, nämlich die ganze Familie, waren ja schon immer sehr zufrieden mit ihr. Aber nach diesem Erlebnis werde ich mich dafür einsetzen dass sie in den dentalen Adelsstand erhoben wird! ;-)
