Wieder Zuhause!
Ja, wir sind wieder zu Hause. Schon seit letzte Woche Donnerstag. Meine Frau hat uns beide gut und sicher nach Hause gebracht. Die drei Wochen sind doch ziemlich schnell vorbei gegangen. Trotzdem aber gerade zur richtigen Zeit, denn eine vierte Woche wäre uns beiden ziemlich schwer gefallen. Nötig war es sowieso nicht, denn ich war und bin von den OP-Folgen her schon viel weiter als viele andere die die selbe OP hinter sich haben. Eigentlich war ich schon vor der Reha soweit wie es andere gerne nach der Reha wären. Da habe ich großes Glück gehabt.
So konnten wir also ruhigen Gewissens und voller Vorfreude wieder nach Hause fahren. Obwohl.... ...ein bißchen Herzblut bleibt doch zurück. Reinhardshausen, der Vorort von Bad Wildungen in dem wir die Reha erlebt haben, ist doch ein schönes Örtchen. So richtig gemütlich eigentlich. Die Lokale mit ihren Aussenbereichen in denen man es sich gemütlich machen kann sind von der Klinik aus schnell erreicht. Dazu die Cafeteria der Klinik in der man konkurrenzlos günstig Kaffee trinken, Kuchen und Eis essen kann.
Fehlen werden uns auch die Menschen die wir kennen gelernt haben: Die netten und immer freundlichen Servicedamen in der Cafeteria und im Speisesaal. Die netten Hausdamen die unser Zimmer in Ordnung gehalten haben und uns jeden Wunsch (Dünnere Bettdecke, flacheres Kissen) sofort erfüllt haben. Die netten Damen an der Rezeption, besonders eine Frau Sch.! Die Frauen im Sekretariat, die Krankenschwestern, die für mich zuständige Urologin, die Sozialarbeiterin die sich darum gekümmert hat das die stockende Finanzierung durch Krankenkasse/Rehakostenträger wieder ins rollen kam und beim Antrag für den Schwerbehindertenantrag geholfen hat, die Physio- und anderen Therapeuten usw., usw.!
Dann noch die vielen Mitpatienten, samt Begleitung, die wir kennen gelernt haben und mit denen wir viele schöne Gespräche hatten. Unsere Gegenüber am Tisch 62, unsere Zimmernachbarn, einige die wir schon im Krankenhaus kennengelernt und in der Reha wieder getroffen haben und viele, viele andere!
Und, denn man müß ja auch an das körperliche Wohl denken, die pünktlichen und reichhaltigen Mahlzeiten. Sich morgens und abends am reichhaltigen Büffet bedienen, Mittags eine leckere Mahlzeit samt Vorsuppe und reichhaltiger Salatauswahl und Dessert, und das alles ohne auch nur einen Finger dazu gerührt zu haben.... ...so gut hat man es zu Hause nicht. Natürlich schmeckt es zu Hause wieder ganz anders und auch besser, aber man, oder eigentlich Frau, muss schon einiges tun um eine schmackhafte Rund-um-den-Tag-Versorgung bereit zu stellen.
Es gab also viel schönes in der Reha, aber zu Hause ist halt zu Hause. Irgendwann zieht das traute Heim wie ein Magnet die "Ausserhäusigen" zurück in seinen Schoß.
Die vielen Anwendungen fand ich unterschiedlich angenehm und nützlich. Am sinnvollsten fand ich die Physiotherapie mit ihren Gruppenübungen und den Einzelanwendungen. Andere Anwendungen fand ich mehr oder weniger angenehm, aber fand nicht so richtig den Bezug zu meiner OP. Trotzdem habe ich sie natürlich alle mit gemacht.
Und nun sind wir also wieder hier. 100 Tage nach der OP soll ich mich schonen, also schon mal nicht arbeiten gehen. Wiedereingliederung ist ausdrücklich ausgeschlossen. Hauptsächlich damit die OP-Wunden in Ruhe verheilen können. Eine lange Zeit, von der ein großer Teil noch vor mir liegt. Mal sehen was ich da so alles anstelle.
Zuerst gab es ja noch einiges zu regeln. Ich hatte mich eigentlich voll und ganz auf meine Krankheit, die OP und die Reha konzentriert. Das andere, also z. B. Lohnfortzahlung, Krankengeld usw. würde schon automatisch laufen, dachte ich. Da wurde ich allerdings schnell eines besseren belehrt. Wir leben im Computerzeitalter, und da sollte ja alles einfach per Mausklick funktionieren. Sollte!
Ich könnte ja jetzt beschreiben, wieviel Mühe, Anrufe, und später auch Besuche z. B. bei Arzt und AOK gekostet hat, damit wir während der gesamten Zeit das uns zustehende Geld bekamen, und uns die laufenden Kosten nicht ins Minus bringen konnten. Schon vor und in der Reha haben wir einen Teil unserer Zeit darauf verwendet, und nach der Reha ging es weiter. Heute sieht es endlich so aus als wenn wir alles im Griff hätten! Schau'n wir mal ob es so ist und nicht noch irgend etwas im Hintergrund lauert. Ich könnte es beschreiben, tue es aber lieber nicht! Dieser Artikel ist erst mal lang genug, und deshalb beende ich ihn an dieser Stelle erst mal.

