Höheres Wesen mit Humor
Dass es ein höheres Wesen gibt, zeigt sich oft an ganz banalen Dingen. Auch das dieses hö- here Wesen Humor hat. Da ist zum Beispiel die Sache mit dem Regenschirm. Man kann ihn tagelang mit sich schleppen, ohne auch nur einen Tropfen Regen zu Gesicht zu bekommen. Vergißt man ihn einmal, oder nimmt ihn ansichtlich nicht mit, kann man ziemlich sicher sein dass man klatschnass nach Hause kommt.
Auch mein persönliches Regendilemma zeigt das. So passiert es mir oft, das am Ende eines langen Arbeitstages im Garten, wenn ich nur noch ein letztes Stück Wiese zu harken, nur noch einige letzte Äste zu zerkleinern habe oder ähnliches, dass es anfängt zu regnen. Ignoriere ich den einsetzenden Regen, so wird er stärker und stärker bis ich mich doch, ein unvollendetes Werk hinterlassend, ins Haus flüchte.
Ein anderes Regenspielchen ist folgendes: Ich stehe im Kellergang an der Aussentür. Gehe ich hinaus setzt der Regen ein und wird immer stärker. Gehe ich wieder hinein läßt er nach und hört schließlich ganz auf. Das kann ich beliebig wiederholen. Da muß doch jemand an den Wasserhähnen im Himmel drehen, oder?
Beim Fotografieren erlebe ich es auch oft. Bin ich mal ohne Kamera unterwegs, fliegen z. B. unsere Raubvögel direkt über mich hinweg oder sitzen auf einem Baum oder Zaunpfahl und schauen mich an. Habe ich die Kamera dabei sehe ich sie höchstens ganz oben am Himmel kreisen.
Heute nun wieder: Auf meinen Fotos hatte ich eine kleine Unreinheit entdeckt, irgendwo an Kamera oder Objektiv mußte sich ein Staubkorn oder ähnliches versteckt haben. Ich reinigte also meine Kamera und machte dann aus dem Badezimmerfenster heraus Probeaufnahmen gegen den Himmel, da man darauf die Unreinheit am besten sehen konnte. Zuerst mit dem Teleobjektiv. Das war schnell gemacht, aber da ich schon mal da war hielt ich mich ein wenig auf, um zu sehen ob mir nicht irgendein Vögelchen vor die Linse fliegen möchte.
Um mich herum war großes Vogelkonzert, aber keiner von den kleinen Sängern wollte fotogra- fiert werden. So sehr ich auch per Teleobjektiv die Büsche und Bäume absuchte, alle waren Paparazzi-sicher versteckt. Also kehrte ich wieder zu meiner Reinigungstätigkeit zurück um mich nun dem Normalobjektiv zu widmen. Das war schnell getan, und die Probeaunahmen konnten starten. Ich begab mich zum Badezimmerfenster und... ...wußte gar nicht wo ich zuerst hinschauen sollte. Überall in den Bäumen und Büschen turnten und hüpften Vögel herum. Ich zoomte natürlich gleich so weit es das Normalobjektiv zuläßt und fotografierte drauf los. Aber viel war das nicht, und so waren die Vögel im Bild schon sehr klein.
Also schnell wieder zurück und das Teleobjektiv aufgeschraubt. Ans Badezimmerfenster zu- rückgekehrt, ihr könnte es euch sicher denken, war weit und breit kein Vogel mehr zu sehen. Aber dieses Mal blieb ich hartnäckig. Und so konnte ich nach einiger Zeit, allerdings doch aus einiger Entfernung diesen gefiederten Sänger, eine Kohlmeise, ablichten.
Naja, nicht ganz so doll aber immerhin etwas. Ich spähte weiter durch den Sucher und fand schließlich noch ein Vögelchen, allerdings auf der abgewandten Seite eines Busches. Durch die Zweige hindurch konnte ich immer nur ein Stückchen sehen. Aber dann hatte er, der unse- re Geschicke lenkt, wohl mitleid mit mir, oder wollte sich ein besonderen Scherz mit mir erlau- ben. Während ich so versuchte durch die Zweige etwas zu erhaschen huschte plötzlich etwas Blaues ins Bild, meine Kamera, auf Autofokus gestellt stellte sich scharf, mein Finger stand anscheinend auch auf Automatik und die Auslösung sowieso auf Serienbilder. Und so machte es klack-klack-klack.... und nochmal klack-klack-klack.... und noch mal.... ....und als ich dann wieder zu mir kam und auf dem PC anschaute was ich da "abgeschossen" hatte.... ...aber seht selbst:
Ist diese Blaumeise nicht ein niedlicher kleiner Kerl? Den möchte man doch am liebsten durchknuddeln oder? Dafür verzeihe ich dem Spaßvogel da oben seine Neckereien. ;-)
Ein kleiner Düsenjet mit Pummelbauch in Startposition:
Leider habe ich trotz Serienfunktion der Kamera den Abflug nicht mitbekommen. Das hätte mir noch zu meinem Glück gefehlt. Aber da hat wohl der Herr Spaßvogel dem Vögelchen gerade als ich kurz den Finger vom Auslöser nahm einen Wink gegeben und schwupps war es ver- schwunden. Aber was ich habe das habe ich und das ist ja schon mal was!



