Erst hat's geblitzt, dann wurd' geflitzt!
Nach einer längeren Regenperiode war es jetzt mal für drei Tage "schön". Schön in Anfüh- rungszeichen, weil es zwar sonnig war, aber dabei ein Klima das man nur als feuchtheiß bezeichnen kann. Eigentlich ein Wetter bei dem man sich möglichst wenig bewegen sollte. Aber unser Rasen wird nun mal höher und höher, und irgendwann muss man ja mal ran. Auf den Abend zu warten bringt auch nichts, denn sobald die Kraft der Sonne nachlässt erheben sich wahre Armeen von Fluginsekten und stürzen sich auf den einsamen, schwitzenden Mäher. Da hilft dann nur die Flucht.
Also hieß es nach der Arbeit kurz zu Mittag zu essen und dann hinaus ins "Vergnügen". Was für richtige Männer. Die sich dann aber nach zwei langen, durchgeschwitzten Tagen auch schon mal etwas abgenutzt fühlen.
Dann war es ja auch schon wieder vorbei mit dem guten Wetter. In der Nacht schüttete es so stark das ich immer wieder vom Rauschen des Regens wach wurde. Und mich schon mal auf die Motorradfahrt durch diese "Dauerdusche" freute. Um so erfreuter war ich, dass während meiner Morgenroutine der Regen nachließ, und es schließlich nur noch leicht nieselte. Das störte mich kaum, als ich mich dann per Motorrad auf den Weg machte.
Allerdings, geradezu fit fühlte ich mich nicht, die zwei vergangenen Tage steckten mir ganz schön in den Knochen. Und so hoffte ich dass der Arbeitstag mal etwas ruhiger als normal würde, und ich mich evtl. mal ein bisschen absetzen könnte um z. B. an unser Werkskantine gemütlich eine Tasse Kaffee zu trinken.
Plötzlich wurde ich durch einen Blitz aus meinen Gedanken gerissen. Der Himmel sah ziemlich bedrohlich aus, bedeckt mit dunklen Wolken, zwischen denen es hin und her wetterleuchtete. Dann plötzlich ein Blitz, der die ganze Welt in gleißende Helligkeit tauchte. Kurze Zeit sah ich nichts mehr und auch meine Ohren waren durch den anschließenden Krach wie zugeblasen. Gut das ich sowieso nicht schnell gefahren und auch alleine auf der Straße war, denn als ich wieder zu mir kam hatte ich mein Motorrad irgendwie zum Stehen gebracht. Auch war nichts beschädigt, weder am Motorrad noch an mir, und so konnte ich nach einer kurzen Atempause weiter zur Arbeit fahren und schließlich mein Motorrad in der Zweiradgarage und mich selbst in der Waschkaue (Umkleide- und Duschräume) in Sicherheit bringen.
Nach dem Umkleiden hatte sich das Wetter beruhigt. Ich setzte mich auf mein Fahrrad und fuhr zur Werkstatt. Dabei freute ich mich schon auf die Tasse Kaffee, die wir vor der Arbeit gemein- sam trinken wenn wir die Arbeit des Tages besprechen. Aber... ...die Werkstatt war leer. Weder die Kollegen von der Nachtschicht, die sonst immer ungeduldig auf die Ablösung warten, noch Kollegen der Frühschicht die evtl. schon vor mir gekommen sein könnten waren zu sehen. Mir schwante Übles. Und dann fand ich doch noch jemanden, einen Mechaniker-Kollegen der mich aufklärte. Der Blitz, der mich fast vom Motorrad gefegt hätte, hatte eingeschlagen und durch Stromausfall in der Region einiges lahm gelegt. Unter anderem eben auch unser Werk.
Die elektrischen Maschinen und Anlagen mögen sowas gar nicht. Wenn sie nicht ordnungs- gemäß ausgeschaltet werden, sondern derart abrupt den Strom entzogen bekommen, treten diverse Störungen auf. Sie lassen sich dann nicht einfach wieder einschalten, sondern müssen von den Elektrikern wieder flott gemacht werden. Ein ganzes Werk voller Maschinen und Anla- gen wartet auf unsere Fürsorge. Kein morgendlicher Kaffee, sondern noch vor Beginn der eigentlichen Arbeitszeit Stress! Als wir das Werk einigermaßen im Griff hatten gab es erst mal eine "leicht" verspätete Frühstückspause! Um 12.30 Uhr! Dann noch ein bisschen Nachsorge und schließlich der Feierabend um 14.00 Uhr. Der anschließende Weg vom Arbeitsplatz zur heimatlichen Couch war noch nie so lang. Das Feierabendkoma auch nicht.
Aber irgendwann war es doch vorbei, und da es sich nun nicht mehr lohnte in den Garten zu gehen, bleib ich einfach auf der Couch und konnte so Kommentare beantworten und schließ- lich diesen Beitrag schreiben. Ich hoffe ihr habt euch tapfer bis hier durchgelesen. Ich muss jetzt meine Butterbrote für morgen fertig machen und dann ins Bett. Um 4.00 Uhr klingelt unerbittlich der Wecker.