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Alles Mögliche und Unmögliche von Cebulon

Panoramafreiheit

29. Februar 2012 , Geschrieben von Cebulon Veröffentlicht in #Alltagserlebnisse

 

Letze Woche habe ich auf einem Spaziergang zwei neue Filter ausprobiert, die ich mir schicken lassen habe. Die sind zwar eher für gutes Wetter gedacht, und so war das Wetter gerade gar nicht, aber ich war doch ziemlich neugierig. Viel Effekt sah man auch nicht, aber ein bißchen schon.

 

Jedenfalls fotografierte ich an einer Stelle wo ich eine gute Aussicht hatte, in Straßenverlaufs- richtung die Landschaft. Also noch nicht mal nach links und rechts in Richtung der Häuser. Ich machte mehrere Bilder, mal mit mal ohne Filter mit verschiedenen Einstellungen.

 

Plötzlich kam aus dem Haus, vor dem ich zufällig stand, ein älterer Herr gestürmt und raunzte mich an was ich da eigentlich mache. Ich war mal wieder ziemlich gestreßt und geschafft vom Job, und hatte durch meinen Spaziergang und die Beschäftigung mit der Kamera gerade so halbwegs meinen Seelenfrieden wieder gefunden. Dieser Seelenfriede war nach dieser "freundlichen Ansprache" natürlich hin. Deshalb hat mich ganz spontan der Jähzorn übermannt und ich habe ich kräftig zurück geraunzt um dem guten Mann klar zu machen das ihn das gar nichts angeht. Darauf hin ist er wortlos wieder ins Haus verschwunden.

 

Heute habe ich mal wieder daran gedacht, und nach einer genauen Aussage zur Rechtslage gesucht, die ich Ausdrucken und mitnehmen kann. Zum Beipiel habe ich da das hier gefunden:

 

Die Panoramafreiheit (§ 59 UrhG) erlaubt es Jedermann, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, durch Malerei, Foto oder Film zu vervielfältigen, zu verbreiten oder öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstreckt sich diese Erlaubnis ausschließlich auf die äußere Ansicht!

 

Mehr als die äußere Ansicht fotografieren wir ja auf keinen Fall. An anderer Stelle stand noch das man keine Hilfsmittel wie Leitern usw. verwenden darf, um z. B. über einen als Sichtschutz aufgestellten Zaun oder eine Hecke hinweg zu fotografieren. Aber so etwas machen wir ja sowieso nicht, denn wir sind ja keinen Paparazzi, sondern eben Hobbyfotografen.

 

Jedenfalls kann ich jetzt jeden Meckerer auf den § 59 UrhG (Urhebergesetz) verweisen.Dazu habe ich nun etwas verfasst, von dem ich nun immer einige Exemplare mitnehmen und bei Bedarf verteilen möchte:

 

 

Lieber Mitmensch,

 

obwohl meine Kameras teilweise ziemlich professionell aussehen bin ich doch nur ein Hobbyfotograf. Ich habe einen ziemlich stressigen Beruf und versuche durch Spazierengehen und Fotografieren einen Ausgleich dazu zu finden.

 

Digitalfotos kosten, nachdem man sich die nötige Ausrüstung angeschafft hat, so gut wie nichts. Man muss also nicht, so wie früher, bei jedem Foto überlegen ob sich die entstehenden Kosten auch lohnen. Deshalb können Digitalfotografen alles was ihnen nur irgendwie auffällt, bzw. gefällt, fotografieren und hinterher zu Hause am PC-Bildschirm entscheiden ob sie das entsprechende Bild behalten oder gleich wieder löschen möchten.

 

Wer das nicht weiß, und daher, oder aus anderen Gründen, davon ausgeht das hinter jedem Foto das gemacht wird eine feste Absicht steht, wird sich vielleicht Sorgen machen. Dieser herum fotografierende Mensch könnte ja lohnende Diebstahls-Objekte ausspähen, oder als Mitglied einer städtischen Behörde Projekte vorbereiten, die für die Anwohner mit hohen Kosten verbunden sind.

 

Das ist bei mir garantiert nicht der Fall. Ich fotografiere weil es mir Spaß macht und um immer besser zu werden. Deshalb probiere ich vieles aus und fotografiere dabei auch scheinbar unattraktive Motive mit den verschiedensten Kamera-Einstellungen und aus den verschiedensten Aufnahmewinkeln.

 

Dabei gebe ich mir Mühe keine Privatsphären zu verletzen. Da aber z. B. Häuser oder parkende Autos einfach so in der Gegend herum stehen, kann es natürlich durchaus passieren dass sie auf meinen Fotos erscheinen. Das ist auch durch bestehendes Recht, nämlich dem Paragraphen  59 des Urheberrechtsgesetzes abgedeckt:

 

§ 59 Werke an öffentlichen Plätzen

(1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Graphik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.

(2)      Die Vervielfältigungen dürfen nicht an einem Bauwerk vorgenommen werden.

 

Man darf also alles was man von öffentlichem Gelände, also z. B. Straßen, Wege, Plätze usw., sehen kann auch fotografieren. Trotzdem versuche ich das zu vermeiden, mache allerdings bei besonders schönen, oder historisch und touristisch markanten Gebäuden von meinem oben angegebenen Recht Gebrauch.

 

Wobei ich aber zum Schluss betonen möchte, dass meine Fotos nur für den privaten Gebrauch bestimmt sind, und die meisten davon sowieso nach Begutachtung wieder gelöscht werden.

 

Der fotografierende Mitmensch

 

 

Mal sehen wie das ankommt. Im Erlebnisfall werde ich davon berichten.

 

Hier wird das Ganze übrigens ziemlich gut und ausführlich beschrieben und man kann sich sogar ein Fotorecht Handbuch als Pdf-Datei runter laden:

 

http://www.rechtambild.de/2010/09/die-panoramafreiheit%E2%80%98/

 

http://www.rechtambild.de/2011/02/update-zur-panoramafreiheit/

 

 

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K
<br /> Ich habe solche Bilder von meiner Mutter! Sie sind für mich die schönsten Erinnerungen, weil ich dabei war und oft selbst die Bilder geschossen habe.<br /> <br /> <br /> Mein Vater ist nach dem Krieg losgezogen, hat sich eine Kamera gekauft und fotografiert. Er war auf allen Hochzeiten, Geburtstagen und vielen anderen Festen. Er entwickelte die Bilder selbst und<br /> verkaufte die Abzüge. Damals hatten die Leute nicht das Geld für eine Kamera. So war mein Vater überall eingeladen und nahm auch oft meine Mutter mit. Mir als ihrer ältesten Tochter, sagten sie<br /> immer wo sie sind. Ich habe dann auf meine kleinen Geschwister aufgepasst.<br /> <br /> <br /> Aus diesem Grund gibt es von mir sehr viele Fotos als ich Kind war. Die Bilder waren zu 99% Schnappschüsse und dafür bin ich meinem Vater dankbar. Durch Dich wurde ich jetzt an diese Zeit<br /> erinnert und dafür danke ich Dir!   <br />
Antworten
C
<br /> <br /> Bitte sehr! Ja, solche Bilder sind schon wesentlich interessanter, weil aus dem Leben gegriffen. Schön wenn man solche hat!<br /> <br /> <br /> <br />
X
<br /> Schee schepp = schön schief. Sagt Google was anderes? *lach*<br /> <br /> <br />  <br />
Antworten
C
<br /> <br /> Irgend etwas mit Schnee scheppen habe ich gefunden, sonst nichts! ;-)<br /> <br /> <br /> <br />
K
<br /> Ich habe in meinen Fotoalben keine langweiligen Bilder. Aber die bekommt auch niemand zu sehen, nur wenn ich will.  <br /> <br /> <br /> Familienalben sind nur für die eigene Familie interessant. Andere können damit doch gar nichts anfangen. Ich denke da an früher, wenn Freunde ihre Dias vom Urlaub präsentierten. Es war immer<br /> langweilig! <br />
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C
<br /> <br /> Als ich noch jung war und mit einer billigen Knipsschachtel fotografierte war mir mal per Zufall ein tolles Gegenlichfoto gelungen. Meine Schwester auf einem Klettergerüst, mit Sonne in den<br /> Haaren, auf einer Seite lief ein Sonnenreflex am Bild hinunter. Das sah ganz toll aus und alle bewunderten es. Nur ein entfernter Verwandter nicht. Der warf nur einen Blick drauf und meinet das<br /> es verdorben sei, ich hätte darauf achten müssen das ich immer die Sonne im Rücken habe.<br /> <br /> <br /> Dann zeigte er mir seine Fotos. Unendlich viele Fotos von immer den selben Leuten, schön in Reih und Glied aufgestellt mit einem Hinweis zu welcher Gelegenheit die Bilder aufgenommen wurden. Kein<br /> einziger Schnappschuß von tanzenden, essenden, plaudernden, usw. Leute. Ich stelle sie mir immer alle schön auf, dann kann nichts schiefgehen, sagte er.<br /> <br /> <br /> Ich würde es gerne so machen, wie ich es mit meinem einzigen willigen Model, meiner Tochter, mache. Man sitzt zum Beispiel im Cafe und während man isst, lacht und plaudert, fotografiere ich wild<br /> drauf los. Einige Bilder sind sch... und werden gelöscht, andere sind gut bis Spitze und werden behalten.<br /> <br /> <br /> Sind es denn unbedingt die besten Erinnerungsfotos wenn man die Personen im Sonntagsanzug mehr oder weniger grins... ...äääh... ...lächelnd, und steif auf einem Stuhl sitzend oder vor irgend<br /> einer Wand stehend ablichtet? Wäre es nicht schöner wenn man z. B. Bilder von der Mutter bei ihrer täglichen Arbeit hätte. Im Kochtopf rührend, Wäsche aufhängend usw.? Vielleicht dabei mal<br /> spontan lächelnd und nicht mit aufgesetztem Fotolächeln (Sag mal Cheeeese!).<br /> <br /> <br /> Und eben da wollen sich die Leute nicht fotografieren lassen, weil sie meinen das sie da nicht gut genug aussehen. Schade!<br /> <br /> <br /> <br />
K
<br /> Klar, Menschen in Horden kann man fotografieren.  Du hast das sehr richtig beschrieben. Es gibt aber Leute, die<br /> machen ein Bild von einer Person und obwohl man es nicht wünscht, stellen sie das ins Internet. Ich kann da richtig böse werden. Das macht man einfach nicht! Also ... ich würde so etwas nie tun.<br /> Abver Du würdest das ja auch nicht tun, so gut kenne ich Dich schon! <br />
Antworten
C
<br /> <br /> Nein würde ich nicht. Ich fotografiere sowieso nicht so gerne Personen, weil die meisten sofort anfangen zu kreischen. So nach dem Motto: Jeder möchte schöne Fotos von sich haben, aber niermand<br /> möchte fotografiert werden.<br /> <br /> <br /> Und wenn, dann muß das Foto sorgfältig arrangiert werden. Man zieht sich gut an, frisiert sich perfekt, stellt sich in Positur und dann darf der Fotograf einmal andrücken.  Und so bekommt<br /> man im Laufe der Zeit ein Fotoalbum voller langweiliger Bilder.<br /> <br /> <br /> <br />
X
<br /> Hallo Hans, da gibst Du´s Deinen Kritikern ja richtig! Während die dann lesen, kannst Du ja weiterfotografieren, oder so. Mal gespannt, ob es klappt. Meine Kameras sind halt viel<br /> unprofessioneller und unauffälliger. Dafür sind ja auch die Bilder - siehe Türen und Fenster - manchmal "schee schepp".<br /> <br /> <br /> Ich möchte Dir aber den Hinweis geben, dass Du Autonummern, falls sie mal vollständig auf ein Foto kommen, möglichst unkenntlich machen solltest. Bei Reklame, z.B. auf einem Auto, ist das nicht<br /> notwendig.<br /> <br /> <br /> Ja, auf besseres Wetter warten wir wohl alle. Das ist ja ein dämlich-grauer Frühlingsanfang. Trotzdem wünsche ich ein schönes Wochenende!<br />
Antworten
C
<br /> <br /> Ich fotografiere sie dann während sie den Zettel lesen. ;-)<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Die AUtoschilder verwische ich immer im Grafikprogramm, aber trotzdem danke für den Tipp. Jetzt muß ich aber erst mal googeln um heraus zu finden was schee schepp heißt! ;-)<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />