Von wegen Kumpel!
Gestern wollte ich mal so richtig was schaffen, hauptsächlich auf dem ganzen Grundstück die Wiesen mähen. Aber dann habe ich geschlafen, von Mittags bis heute Morgen um 10.00 Uhr mit kurzen Unterbrechungen. Schuld daran war einer meiner "Kumpels". Nun ja, nicht gerade eine Lehmwespe, sondern einer ihrer Verwandten.
Nachdem ich mich Urlaubs-gemäß erst mal ausgeschlafen und gemüt- lich gefrühstückt hatte, wollte ich nun mit dem Mähen beginnen. Aller- dings mußte ich feststellen dass das Gras klatschnass war, es hatte wohl über Nacht geregnet. Also schwenkte ich kurzer Hand um, an Arbeit mangelt es ja nie. Der Garten meiner Mutter ist nur von drei Seiten umzäunt, unten wird er von einer Hecke begrenzt. Und diese Hecke hatte schon länger einen gründlichen Schnitt nötig. Also holte ich eine Leiter, dazu das entsprechende Werkzeug und legte los.
Es war nicht ganz leicht da erst mal einen Grund rein zu bringen. Die Hecke besteht aus verschiedensten Gewächsen, in unterschiedlichen Wuchsstufen. Die Heckenschere alleine reichte da nicht aus, da muß- te auch schon mal eine Baumschere oder sogar eine Säge ran. Aber schließlich hatte ich doch einen Anfang geschafft.
Beinahe jedenfalls. Denn, diese Seite der Hecke endet in einem Wildwuchsstreifen zwischen unserem und dem Nachbargrundstück. Dieser Streifen war mal ein Zufahrtsweg zur Wiese eines Bauern im Hinterland, wird aber schon ewig nicht mehr benutzt und auch nicht mehr gepflegt. So haben ihn nun einige Buschgewächse, aber hauptsächlich Brennnesseln erobert. Da durch mußte ich mir nun einen Weg schaffen, um zu meiner Hecke zu gelangen und sie von der Stirnseite her zu beschneiden.
Ich holte mir also eine Sense und legte los. Aber schon nach den ersten Schnitten spürte ich einen brennenden Stich am Arm, war für einen Moment verdutzt und orientierungslos, aber ein bedrohliches Summen riss mich schnell aus meiner momentanen Starre und veranlasste mich zu einem, sicher sehenswertem, Blitzstart.
Aus sicherer Entfernung konnte ich nun, da wo ich gerade noch gestanden hatte, einen böse summenden Wespenschwarm kreisen sehen. Ein wahres Wunder das ich da nur einen Stich erwischt hatte. Ich trug ja, dem warmen und etwas schwülem Wetter gemäß, ein Tshirt und so waren z. B. meine Arme einem Angriff schutzlos ausgesetzt.
Nun ja, ich bin ja kein Weichei. Ich hatte früher schon Wespenstiche erwischt. Das war nie sehr angenehm, aber allergische Reaktionen hatte ich noch nie. Also ließ ich mir den Stich im Haus verarzten und ging wieder hinaus um mein Werk an der Hecke, jedenfalls im Wespenfreien Bereich fort zu führen.
Aber ich spürte schon bald das mir irgendwie "nicht so richtig" war. Meine Bewegungen waren fahrig, meine Hände zitterten. Ich hatte das Gefühl nicht mehr richtig Luft zu bekommen. In meinem Mund hatte ich plötzlich unter der Zunge eine Schwellung. Mein Gesicht fühlte sich taub an. Ein Finger, den ich mir vor Wochen in einer Tür eingeklemmt hatte, was aber inzwi- schen längst vergessen war, wurde wieder dick und prall und spannte. Kurz gesagt, mir ging es besch.........eiden!
Also räumte ich mein Werkzeug zusammen und begab mich schnell ins Haus um meine Frau abzufangen. Die wollte nämlich mit der Tochter zum Friseur. Dieser Plan wurde nun kurzfristig geändert, und so fuhr sie, zum dritten Mal in diesem Jahr, mit mir zur Ambulanz ins Kranken- haus.
Da mußte ich auch gar nicht lange warten. Ruckzuck lag ich auf der Liege, der Arzt war da und verpaßte mir eine Kortison- und eine Antiallergie-Spritze. Dazu gab es den Hinweis das diese Spritzen mich ein wenig müde machen könnten. Nachdem er auch den Stich am Arm versorgt hatte, gab er meiner Frau einige Behandlungshinweise. Passende Medikamente zur Behandlung des Stiches hatten wir schon da, also mußten wir nicht mehr zur Apotheke. Für den Fall das sich bei mir noch negative Reaktionen auf die Spritze einstellten, musste ich noch eine halbe Stunde warten. Dann konnten wir, nach einem abschließendem Gespräch mit dem Arzt, nach Hause fahren.
Ich war schon im Auto sehr müde. Normalerweise bin ich ja durch meine Wechselschicht
schlaf- gestört und schlafe nur schlecht ein, aber jetzt hätte ich im Sitzen schlafen können. Zuhause angelangt schaffte ich es auch gerade noch zur Couch wo ich in einen Wechsel von Schlafen, Dämmern und kurzen Wachphasen fiel. Zu den Mahlzeiten, oder wenn meine Frau meinen Arm neu versorgte, schaffte ich es wach zu bleiben, war aber kurz danach wieder weg. Am Abend wechselte ich ins Bett, wo ich bis morgens um ca. 10.00 Uhr durch- schlief.
Tja und nun sitze ich hier und führe mir mein Abenteuer schreibender Weise noch mal vor die Augen. Irgendwie fühle ich mich noch ein wenig dumpf im Kopf und träge. Ich hoffe das sieht man meinem Schreibstil nicht an!? Ich glaube ich werde jetzt mal eine heiße Dusche nehmen und dann das Ganze noch mal überlesen!