Die alljährliche Schniefnase
Es ist jedes Jahr das Gleiche. Sobald es kalt wird dauert es nicht lange und es hat mich eine dicke Erkältung gepackt. Und wie jedes Jahr wieder habe ich die Vorzeichen nicht richtig ge- deutet.
Dabei fängt es schon eine ganze Weile vor dem direktem Ausbruch an. Ich fühle mich im Allge- meinem unwohl, friere auch in der dicksten Jacke und werde von Schwindelanfällen, Kopf- schmerzen und allgemeinem Unwohlsein geplagt. Aber da mein Befinden sowieso durch meine Wechselschicht stark schwankt, gehen dieses Symptome irgendwie unter. Erst wenn die Nase anfängt zu laufen, der Hals zu schmerzen beginnt, schwitzen und frieren sich abwechselt, die Glieder schmerzen, all das begleitet von einem allgemeinen Sch...gefühl, dämmert es mir: Da war doch was? Ach ja! Und wie jedes Jahr nehme ich mir wieder vor im nächsten Jahr auf die Symptome zu achten und rechtzeitig mit einer Behandlung zu beginnen.
Für dieses Jahr ist allerdings, wie man so sagt, der Zug abgefahren. Nach dem letzten Tag ei- ner ungemütlichen Nachtschichtwoche saß ich am Samstag morgen im Wohnzimmer und schaute vor dem Schlafengehen noch ein wenig ins Internet. Ich brauche das zum Runterkom- men. Aber wohl fühlte ich mich nicht. Und plötzlich begann meine Nase zu laufen wie ein Was- serfall. Nach ein paar Stunden unruhigen Schlafens bestand kein Zweifel mehr, es hatte mich erwischt. Die immer bereit liegenden Medikamente wurden hervor geholt und angewandt. Wie jedes Jahr in der Hoffnung das sie schnell helfen mögen. Wie jedes Jahr umsonst. Und so rief ich im Laufe des heutigen Vormittags auf der Arbeit an und meldete mich für die Mittagsschicht ab. Meine Ärztin hatte leider gerade heute frei, aber es gibt bei uns eine Regel nach der man 1 bis 3 Tage ohne Attest krank feiern kann.
Den Helden gespielt habe ich in meinem Leben genug, und bin trotz Krankheit arbeiten gegan- gen. Gedankt wurde es mir nie und schonen durfte ich mich auch nicht, bekam eher Ärger wenn ich es versuchte. Also werde ich morgen früh meine Ärztin aufsuchen. Ich freue mich schon auf den Zeitpunkt an dem sich die Krankheit endgültig davon macht, und ich mich end- lich wieder normal fühle.
Und im nächsten Jahr werde ich ganz bestimmt auf die ersten Vorzeichen achten und rechtzei- tig eingreifen!
Vielleicht!
Für morgen habe ich mir einen Zwiebelsirup angesetzt. Wenn ich bei der Ärztin war werde ich den Tag über immer mal wieder einen Teelöffel davon einnehmen. Dann werde ich sicher bald wieder fit sein.