Falsche Farben per Digitalkamera!?
Es passiert mir immer wieder, und wie ich so höre auch anderen: Ich sehe hübsche Blümchen und möchte sie auch fotografieren. Das tue ich dann auch. Aber... ...wenn ich das Bild dann auf dem Kameradisplay, oder zu Hause auf dem PC-Bildschirm sehe, bin ich enttäuscht. Die Far- ben die ich da sehe haben mit den originalen gar nichts zu tun, und sehen noch nicht mal schön aus. Wie kommt das nur?
Ich habe mich schlau gemacht, und erfahren dass es etwas mit dem Weissabgleich zu tun hat. Wenn die Kamera ihn automatisch ermittelt bestimmt sie eine Stelle im Bild, wahrscheinlich die hellste, als weiß. Danach richtet sie dann alles anderen Farben und Helligkeiten aus. Manch- mal gibt es aber kein wirkliches Weiß, und dann liegt sie bei der Farbaufteilung schon mal komplett falsch. Bei Nahaufnahmen von Blumen passiert das anscheinend öfter. Grüne Blätter, dazu ein rote, blaue, violette Blüte, wo ist da das Weiß?
Man muss der Kamera also helfen, aber wie? Einfache Kameras haben nicht die Möglichkeit den Weißabgleich manuell einzustellen. Es gibt ein paar Symbole für Standard-Lichtsituatio- nen, aber meistens helfen die nicht. Pech gehabt!
Pech gehabt? Damit wollte ich mich nicht zufrieden geben, und habe gegrübelt und herumpro- biert, bis ich eine ziemlich simple Möglichkeit gefunden mit der man die Kamera so beschum- meln kann, dass sie annähernd die Originalfarben trifft.
Ich fotografiere also eine Blume und...
...bin mit der Farbwiedergabe ziemlich unzufrieden. Nun kommt der Trick: Ich lege einfach ein weißes Blatt Papier dazu und fotografiere noch einmal.
Und tatsächlich! Die Farbwiedergabe stimmt zwar nicht zu 100 Prozent, kommt dem Original aber schon sehr nahe. Spezialisten sagen, dass unser weißes Papier durch künstliche Aufhel- ler schon zu weiß ist, man könnte also auch mal ein weißes Stück Karton oder ähnliches aus- probieren.
Allerdings, so nützlich das weiße Papier auch ist, möchte man es aber im Endergebnis doch lieber nicht sehen. Also kommt nun der zweite Teil des Tricks, der ein wenig Fingerakrobatik oder eine Hilfsperson erfordert. Wie wohl jeder weiß, drückt man den Auslöser der Kamera zuerst halb durch und wartet bis ein Piepston signalisiert dass die Kamera mit ihrer "Einstelle- rei" fertig ist, und nun der Auslöser ganz durchgedrückt werden kann um das Foto zu schießen.
An diesem Punkt kann man, bevor man den Auslöser ganz durchdrückt, das weiße Papier ruhig wegziehen, es wird nun nicht mehr benötigt. Wenn man alleine ist muß man also mit der einen Hand die Kamera, und gleichzeitig auch den Auslöser halb gedrückt halten. MIt etwas Übung klappt das, aber wenn man eine Hilfsperson zur Hand hat ist das schon nützlich. Auf jeden Fall lohnt der Erfolg die Mühe (Finde ich jedenfalls).
Schöner ist es aber doch, wenn man einen manuellen Weißabgleich an der Kamera hat. Viele Kamerabesitzer wissen leider gar nicht das sie so etwas haben, und schon gar nicht wie er funktioniert.
Bei meiner Samsung S85 gibt es im Weißabgleichsmenü ein Symbol das einen Regler darstel- len soll, und "Eig. Einstellungen" heißt. Das wähle ich aus. Wenn ich auf nun auf die OK-Taste drücken würde, würde ich die zuletzt eingestellten Werte übernehmen. Wenn ich ihn neu ein- stellen möchte lasse ich das aber erst mal. Dann lege ich nämlich mein weißes Papier an die Stelle, wo ich fotografieren möchte.
Nun gehe ich mit der Kamera so nahe heran, dass das komplette Display vom weißen Blatt ausgefüllt ist, und drücke den Auslöser halb herunter. Das Bild verschwindet kurz, wenn es wieder da ist, hat sich die Kamera auf die aktuelle Lichtsituation eingestellt und tollen Fotos steht nichts mehr im Wege.
Das gute daran ist, dass man nun das weiße Blatt nicht mehr braucht wenn man andere Blüm- chen im selben Beet fotografieren möchte.
Auch wenn es ganz andere sind.
Schaut also mal genau ins Handbuch, vielleicht habt ihr diesen manuellen Weißabgleich ja doch. Und wenn das Handbuch, wie bei mir immer, verkramt ist gebt mal bei Google den Namen eurer Kamera mit Handbuch oder Manual ein, meistens kann man eins runter laden.
Wer meinen Blog schon länger verfolgt wird vielleicht merken dass ich ähnliches schon mal geschreiben habe: Fototipp: Falsche Farben. Aber ich finde so etwas kann man nicht oft genug sagen, deshalb diese Neufassung.