Fototipp: Falsche Farben?
Gerade hab ich mich ein wenig im Garten herum getrieben und geschaut was es da so tolles zu fotogra- fieren gibt. Dabei bin ich mal wieder auf ein Motiv gestossen, dass sich einfach nicht vernüntig ablichten lassen wollte, nämlich diese Blume hier:
In der Mitte mag es ja angehen, aber die hellen Flecken am äußeren Bildrand sehen aus wie hingemalt, und wenn man weiß wie die Blüte wirklich aussieht ist das sowieso inakzeptabel.
Das hat folgenden Grund: Die Digitakamera kann nur 256 Helligkeits-Stufen darstellen. Sie muß deshalb vor jedem Bild festlegen wie sie diese verteilt. Manchmal, besonders wenn das Bild keine hohen Kontraste aufweist, liegt sie da allerdings schief, und das Ergebnis weicht stark von der Wirklichkeit ab. Was kann man da tun?
Das Fotografieren mit der Digitalkamera geht ja so vor sich: Zuerst den Auslöser halb durchdrücken, da- mit die Kamera sich auf das Motiv einstellen kann. Wenn sie durch einen Piepston kund tut das sie damit fertig ist, ganz durchdrücken!
Nach dem Piepston hat sie alle Bild-relevanten Daten gespeichert und so sollte das anschließende Durch- drücken zu einem einwandfreiem Bild führen. Was auch im Großen und Ganzen klappt!
Das Gute an dieser Art der Speicherung ist aber nicht nur dass sie im Allgemeinen zu guten Bildern führt, sondern dass man sie zum Tricksen verwenden, und so zu noch besseren Bildern kommen kann. Einen dieser Tricks, für den ich immer ein Stück weisse Pappe dabei habe zeige ich euch jetzt.
Die Kamera hat im obigen Bild kein richtiges Weiß entdeckt, hat so einen der roten Farbtöne als Weiß erklärt, und die anderen Helligkeitsabstufungen danach ausgerichtet. Was zu keinem sehr schönen Bild geführt hat. Ich versuche es noch mal, und helfe der Kamera bei der Einstellung indem ich mein weißes Stück Pappe ins Bild schiebe.
Nun ist eindeutiges Weiß im Bild, nach dem die Kamera sich orientieren kann. Die Farbtöne an der Blume sehen schon viel besser aus, ich bin jedenfalls zufrieden damit. Nur, die weiße Pappe im Bild wertet es nicht unbedingt auf.
Also kommt jetzt ein bißchen Finger- und Hand-Akrobatik, da ich die Kamera mit einer Hand bedienen muß: Die Pappe ins Bild halten und den Auslöser halb herunter drücken. Wenn die Kamera per Piepston signalisiert dass sie fertig ist mit Einstellen, den Auslöser halb gedrückt halten, die Pappe weg ziehen und nun den Auslöser ganz durchdrücken. Wie gesagt, nicht ganz leicht, ein Gehilfe zum "Bedienen" der weissen Pappe ist sicher hilfreich. Aber lohnend ist es allemal, wie ich finde:
So sieht die Blume "in Natura" aus. Schön, nicht wahr?